Die österreichische Wirtschaftskammer, eine halbstaatliche Geldvernichtungsmaschine?

Eine wutbürgerlich glossierende Systemkritik von Rolf Dieter Lehner

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, kam es aufgrund einer geradezu surrealen und verhöhnenden Medienkampagne der Wirtschaftskammer Österreich zu Massenprotesten und auf gut Deutsch zu einem handfesten Shit Storm im Internet.

Die Proteste waren derart massiv, dass die Wirtschaftskammer gezwungenermaßen ein Propaganda-Musikvideo über die Vorteile des 12 Stunden Tages, bzw. der flexiblen Arbeitszeit von ihrer Plattform nahm.

Ein Lied, das in seiner Sandmännchen-Machart einstigen DDR-Jubelversen fatal ähnelt. Zum Entsetzen und Zorn einer selbstbestimmten demokratischen Gesellschaft. Gut eine Woche lang wurde die Wirtschaftskammer in tausenden Zuschriften mit Schmähungen, Wut und Spott überschüttet.

“Willkommen in der Welt der Arbeit“, so der Titel des unseligen Kammer-Musik-Spots,.

Foto Quelle: You Tube

Es war freilich nicht allein die Qualität des Produktes an sich, das den Entrüstungssturm auslöste. Was provozierte, war vor allem der Stil.  Das Produkt war zu einer Hymne an die glückliche und sorgenfreie Klasse der Werktätigen geraten. Eine Hymne  an die so reich beschenkten Arbeiter der Faust und nicht minder an die Arbeiter der der Stirn. Eine realitätsferne und verkrusteten Institution hatte eindrucksvoll ihren Bewustseinsstand demonstriert. In wenigen Tagen gab es etwa eine Viertelmillion Proteste im Netz. Dazu kamen spontane Anrufe, unter anderem auch von zornigen Spartenobleuten, die sich in ihrem Engagement und ihren operativen Leistungen geradezu sabotiert sahen. In der Tat, ganz offensichtlich gibt es zwischen der institutionellen Kammer und den gewählten Spartenobleuten streckenweise eine, nicht unerhebliche Kluft. Inzwischen wurde die mit 1 Million budgetierte Kampagne, zu der auch Fernsehspots geplant waren, auf Eis gelegt.

Da, wo Unternehmer mit einer geradezu sittenwidrigen Zwangsmitgliedschaft vergewaltigt werden, da lässt sich leicht mit Geld um sich werfen. Insbesondere in der Werbung produziert die Wirtschaftskammer, nach Meinung von Fachleuten, Unerträglichkeiten am laufenden Band.

Eine weit verbreitete Meinung sieht die Wirtschaftskammer Österreichs als Fisch, der vom Kopf stinkt, bis zur hintersten Schwanzflosse. Und das bis zum Himmel.

Was da an verfehlter Sonnenschein Propaganda der Wirtschaftskammer Österreich im Shit Storm der Öffentlichkeit mit Pauken und Trompeten unterging, ist nur die Spitze eines Eisbergs. Draußen in der Diaspora, ein Paradebeispiel ist übrigens die Wirtschaftskammer Tirol, ist das Erscheinungsbild nicht minder banal und dilettantisch. Auch hier beklagen Spartenobleute Einfallslosigkeit und Inkompetenz in Sachen Medienarbeit. Allzuoft umgesetzt, werde das in klassisch Tirolerischer Patenschaft, die sich immerhin in der Wahl der Waffen von anderen Beziehungsformaten unterscheidet.

Während sich draußen, gewissermaßen an der Front, der Unternehmer mit Unmengen von Problemen herumschlägt, um Lehrlinge kämpft und mit sinnlosen Vorschriften aus Wien und Brüssel blockiert wird, ringt die Mitarbeiterschaft ihrerseits mit extrem hohen Lebenshaltungskosten.

Kein Wunder, dass die WKO da mit ihrer zutiefst verblödenden Sonnenschein-Propaganda provoziert. Da muss der kritische Geist rebellieren, wenn ihm bei derlei Fast Food aus der Mülltonne des Absurden unweigerlich Brechreiz überkommt. Das Elaborat der Kammer zeugt nicht nur von Konzeptionslosigkeit und struktureller Vergreisung, sondern auch von der Missachtung mündiger Bürger, denen es angesichts der wirtschaftlichen Lebensumstände beileibe nicht nach dummen Sprüchen zumute ist.

Der Ruf nach einer durchgreifenden Kammerreform wird zunehmend lauter. Alte Zöpfe müssen abgeschnitten werden. Dabei steht die Zwangsmitgliedschaft auf Platz eins der Agenda. Diese Zwangsmitgliedschaft ist repressiv, undemokratisch, nicht europakonform und ganz und gar nicht leistungsbezogen..

Eine Wirtschaftskammer, die ihre Beiträge zwangsweise eintreibt, muss irgendwann zu einem undurchsichtigen Apparat degenerieren. Viele kluge Köpfe, auch in der Kammer, haben das bereits seit langer Zeit kritisiert und Reformen angemahnt.

Ganz in diesem Sinne und gemessen an den Fakten, erscheint die Wirtschaftskammer Österreich im konkreten Fall wie eine Faust aufs Auge der Wirtschaftstreibenden und nun auch deren Mitarbeiterschaft.

Es gibt nur eine Option:

Weg mit der Pflichtmitgliedschaft und her mit der Erneuerung der Wirtschaftskammer Österreich an Haupt und Gliedern.

Quelle: Youtube

Der Holocaust als Jedermanns-Werkzeug, zu freiem Missbrauch für Politpsychopaten, Repressionsideologen und Gesinnungsterroristen

oder die Wiedereinführung der Prügelstrafe mit anderen Mitteln.

    Philipp Ruch, Darsteller Philosoph und Aktionist

Eine Betrachtung von Rolf Dieter Lehner

Vorgeschichte: Ausgerechnet im Lutherjahr 2017 geschah etwas Aussergewöhnliches. Sogenannte Kunstaktivisten hatten auf einem angemieteten Nachbargrundstück gegenüber dem Haus des AFD Mandatars, Björn Höcke, im thüringischen Bornhagen, mehrere Betonstelen aufgestellt: Ein Replikat des Berliner Holocaust-Mahnmals, en miniature, sollte das sein. Von dem eigens angemieteten Grundstück aus, habe man den AfD-Politiker zehn Monate lang ausspioniert, teilte das „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) mit. Dabei seien „mehrere aufschlussreiche Dossiers“ entstanden. Niederknien solle der Delinquent vor der Stelenkopie, er müse sie küsssen und um Vergebung bitten, sonst werde alles veröffentlicht, was man in Mülltonnen und sonstwo über die Höckes gefunden habe. Einschließlich der Tagebücher von Frau Höcke, die einer der Gehilfen aus dem Mülleimer gefischt habe. Soviel zur Aktion dieser finsteren Gesellschaft vom schwarzen Herzen. Eine Art Rache sollte das sein, für eine Rede Björn Höckes in Dresden, die der Autor selbst, posthum, als verunglückt bezeichnet hatte.

Was war das für ein Regime, unter dem man mit staatlichem Segen Millionen Menschen ermordet, verbrannt und ihre Asche verscharrt hatte? Was ist das für ein Regime, unter dem man sich nach einer Denkpause, mit überstaatlichem Segen, das Privileg anmaßt, die Toten aus den Gräbern der Trauer, Betroffenheit und des Gedenkens herauszuzerren? Alsdann schlägt man deren Gebeine einer neuen Generation, im Sinne eines angemaßten Auftrags, als perpetuum-mobiles Züchtigungsinstrument um die Ohren. Und das geschieht unisono mit dem anfeuernden Segen der Medien.

Die Rede ist von der Instrumentalisierung eines „Denkmals der Schande, das sich die Deutschen mitten ins Herz ihrer Hauptstadt gesetzt haben“. Das Berliner Stelenfeld war angelegt worden, um ein Angebot zu schaffen, sich aus freien Stücken einer Symbolik nähern zu können, deren Botschaft man annimmt, auf eine Weise, die man frei entscheidet. Ruhend, nachdenklich spielend, meditierend oder betend. In etwa nach der Devise des großen Friedrich, der hier einst herrschte und die Parole ausgab: „Jeder soll nach seiner Facon selig werden“.  Und für die ein paar 100 Meter weiter entfernt, im Reichstag tagenden Politiker, ist dieses Denkmal wie ein Knoten im Taschentuch, der zu jeder Stunde an etwas ganz Wichtiges erinnert, nämlich unter welchen Prämissen das Resultat ihrer Tätigkeit im demokratischen Gemeinwesen zu stehen hat.

„Kollektives Verstehen: Holocaust Denkmal, von moralischer Ästhetik“               Foto: Stiftung „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“.

Unter diesen Aspekten ist dieses Holocaust Denkmal von moralischer Ästhetik, also irgendwie ein Ort des Schönen und des Guten, weil er bestenfalls Gefühle freisetzt, wie man sie hegt, wenn man einen Mitmenschen mit beiden Händen die Hand drückt oder ihn behutsam unterhakt, um ein Stück Weges gemeinsam zu gehen, mit dem Bedürfnis, sich auszutauschen. Und just in solchen Momenten überkommt uns ein Zauber. Der Begriff  „Denkmal der Schande“ wird in ein Gefühl des kollektiven Verstehens verwandelt und man wird sich an diesem Hotspot der guten Gefühle das Wort geben, künftig  gemeinsam etwas verhindern zu helfen. Sollte es jemals wieder aufflackern, das Höllenfeuer, das Lebendes, Gutes und Schönes in Asche verwandelt.

Doch kaum ist das Wort gesprochen und sich ein gegenseitiges Versprechen gegeben, da erscheinen sie, die Grabräuber der Erinnerungen. Jene  erbärmlichen mittelalterlichen Zombies, Inquisitoren und Meister des  fanatischen Hasses. Sie, die uns unsere Vorsätze stehlen und unsere Gefühle fälschen oder zu Geld machen. Sie drohen uns in ihrer verfaulten Moral und dem üblen  Mundgeruch der Destrukion, den sie verbreiten, mit der Parole: „Und willst du nicht mein Liebster sein, dann schlag ich dir den Schädel ein“.

Zeitungen in kleine Fetzen zerrissen und sauber aufgespiesst dienten einst dazu,  hinten das abzuwischen, was sie heutzutage selbst produzieren.

Zeitungen in kleine Fetzen zerrissen und sauber aufgespiesst, dienten einst dazu,  hinten das abzuwischen, was sie heutzutage selbst produzieren. Man erkennt das erst so richtig, wenn man den Schwachsinn von Bornhagen in die dazu passende Zeit quasi rekonstruiert, zurückversetzt. Erst in der Sprache der Heiligen Inqusition geht einem so richtig ein Licht auf:

 

Nächtens haben diese Gesinnungszombies unbefugt eine schlecht reproduzierte Kopie eben dieses Berliner Denkmals des Konsenses, das sich das deutsche Volk mitten in das Herz seiner Hauptstadt gesetzt hat, hervorgezerrt und nach Bornhagen an die hessisch/thüringíschen Grenze veschleppt. Dort spionierten sie mit der gebotenen Heimtücke ihrer Spezies monatelang herum, um dann, ungestört auf dem angemieteten Nachbargrundstück, bösartigerweise eine Drohkulisse aufzubauen. Dieses Vorgehen erinnert an die Wilhelm-Tell-Sage  mit dem Hut auf der Stange, wie ihn einst der habsburgische Landvogt Gessler auf den Mark von Altdorf stellte und dem Volk befahl, sich vor diesem Hut zu verbeugen, um so öffentlich seine Gesinnungstreue zu demonstrieren. Wer diesen Gruß verweigerte, wurde sofort verfolgt und ausgestoßen.

Da heutzutage eine Duftnote mit unterlegten Leibesgeräuschen reicht, um von Kunst zu reden, beruft sich auch diese fragwürdige Gruppe auf die Freiheit der Kunst. Tatsächlich aber ist sie Teil eines Netzwerkes obskurer Stiftungen, die das Klima des Zusammenlebens in Deutschland systematisch kontaminieren sollen.

Mit mindestens 40.000 Euro, aus einschlägigen Kanälen finanziert, besaß der kleine thüringische Ort auf einmal eine Replika des Berliner Holocaust  Mahnmals. Wortführer war ein reichlich sinistres Vollzugsorgan namens Ruch, wie ruchlos, mit ehrlichem Vornamen „Philipp“. Ein verkrachter Schauspieler, der sich nun auf andere Weise sein Geld verdient.

Als ferngesteuertes Subjekt tut er exakt das, was er vorgibt, zu bekämpfen. Ist er ein agierender Linksfaschist oder ein pseudoreligiöser Wiedertäufer, also ein spätmittelalterlicher Glaubensfanatiker?

Gemessen am Umfeld unserer Zeit mit ihrem verquerten Denken, das aus Theologie Geschichte macht und seine Lehre quasi mit Feuer und Schwert verbreitet, ist auch die Zeit der Wiederkehr des Teufels gekommen. Die Wiederkunft der Hexen und der heiligen Narren, die in ihrem religiösen Geschichtswahn den Geist und das freie Denken verbrennen wollen. Satanische Knechte eines Systems, das ein weiteres Mal den Südpol mit dem Nordpol austauschen will, den Westen mit dem Osten, das Gute mit dem Bösen und die Schönheit mit einer hässlichen Fratze.

Sinnigerweise scheint es zwischen diesen Künstlern der „Politischen Schönheit“ und den Nationalsozialisten und auch den Bolschschewisten eine Art Seelen-verwandnschaft zu geben. Denn es gab schon einmal eine Institution der NS- Politik, das „Amt für Kunst und Schönheit der Arbeit“.

Kunst ist seit jeher ein Mittel, das totalitäre Staaten und Gruppierungen gerne benutzen, um ihren Ungeist mit Ästhetik zu kaschieren. Ähnlich ging es auch in der UDSSR zu, auch hier war Kunst Mittel für politische Schönheit.

Auch für Philipp Ruch und seine Kumpane ist Kunst ein Intrument für politische Gewalt und er wendet es auch an. Unlängst marschierte er gemeinsam mit einem Voodoo-Priester vom Zürcher Theater am Neumarkt in Richtung Küsnacht ZH, um dort den SVP-Nationalrat und «Weltwoche» Herausgeber, Roger Köppel, von „den bösen Geistern entweder zu befreien“ oder gegebenenfalls  „zu verfluchen.“

Die Gruppe, angeführt von Aktivisten des „Zentrums für Politische Schönheit“(ZPS), schaffte es gerade mal bis an den Zürcher Stadtrand. Dort endete der Spuk, begleitet vom Kopfschütteln der Zuschauer. Ob Ruch sich Blasen gelaufen hatte oder ob der Voodoo-Priester im Schritt wundgelaufen war, darüber gab es keine Meldung.

Heillige Narren des Ungeistes sind da am Werk, die lügen, betrügen, belauschen, ängstigen und sie lassen ekelerregende Rituale aus dem Unrat der Geschichte wiederauferstehen, wie das Abschwören vom Unglauben. Das in Demut niederknieen und zum Zeichen der Reue den Gegenstand küssen müssen, den der Deliquent angeblich geschändet hat. Der neue Savonarola ist Ankläger, Richter und Executor in einem, ein Wiedergänger des Mittelalters mit der Aura von Daumenschraube und Streckbank. Wenn er die Gewalt seiner düsteren Lehre predigt, vermeint man die Schreie der Gefolterten zu hören und den Geruch von verbrennendem Fleisch wahrzunehmen.

Und, wie einst im „ersten“ Mittelalter, stochern die Medien mit ernstem Eifer in seinem Auswurf herum, beriechen ihn und nehmen Geschmacksproben von  seinen geistigen Exkrementen. Stecken weise ihre Köpfe zusammen und mutmassen, er könne vielleicht doch der heilige Sendbote einer neuen Ordnung sein. Man weiss es nicht genau, doch lieber Recht und Gesetz und Menschenwürde erst einmal hintanstellen. Man will ja nicht in die Schusslinie geraten. Sicher ist sicher.

So geschehen in einem keinen Dorf in Thühringen, Anno 2017. In des Novembris dunklen Tagen, ist nach etwa 500 Jahren, abermals der heilige Wahnsinn ausgebrochen.

Epilog: Erinnern wir uns an die Geburt der Schweiz, als der Bund noch ein Teil der Habsburgischen Erblande war. Da gab es einen Landvogt, namens Gessler. Der prüfte die Ergebenheit des Volkes, indem er seinen Hut auf einer Stange auf dem Marktplatz von Altdorf  am Vierwaldstätter See aufstellen ließ und folgendes Gesetz verkündete: Ein Jeder Bürger hat sich vor diesem Hute zu verbeugen, als Ausdruck seiner Loyalität gegenüber dem Willen des Souveräns.

Die Befreiung des Denkens

Wilhelm Tell verweigerte den Gruss des Hutes und so wurde er zur schlimmsten aller Strafen verurteilt. Tell, damals bekannt als legendärer Schütze, wurde von Gessler gezwungen, auf sein eigenes Kind zu schiessen. Tell musste seinem Sohn, noch ein Kind, mit der Armbrust auf hundert Schritt einen Apfel vom Kopf schiessen. Dies wurde zum Schlüsselerlebnis, das u.A. zur Gründung des ersten Bundes der Schweizer Eidgenossenschaft, der Waldstätten, Schwyz, Uri und Unterwalden, im Jahr 1291 führte.

Mein Schuss trifft allerdings einen Hut und schont den Apfel. Es ist dies der Hut des Zeitgeistes, vor dem wir uns alle gezwungenermaßen verbeugen müssen.

WKO-Kammerjammer oder empirische Ineffizienz

Eine Betrachtung von Rolf Dieter Lehner mit Zwischenzitaten von Cyril Northcote Parkinson

Oft verlieren Institutionen ihre Legitimation und ihren eigentlichen Sinn, wenn die, ihnen zugewiesenen Aufgaben, nicht mehr der Leitlinie ihres eigentlichen Auftrags entsprechen. Warum geraten einst geachtete Institution mehr und mehr in eine Art degenerativen Zerfallsprozess? Und wann wird es Zeit, einzugreifen?

Der Zerfallsprozess von Systemen verläuft unmerklich über Jahrzehnte. Das zuvor sinnvolle und von Grundwerten inspirierte System erstarrt mehr und mehr im Formalen und wird allmählich zur leeren geistlosen Hülle, während die alten Tugenden zu reinen Sprechblasen verkommen.

Geradezu symbolhaft findet dies Ausdruck im baulichen Konzept der Wirtschaftskammer Tirol in Innsbruck. Die kunstvolle und klar gegliederte alte Hausfront des Kammergebäudes mit ihren eindrucksvollen, symbolträchtigen Mosaiken, täuscht über das hinweg, was dahinter liegt: Ein unübersichtlicher, in seiner Konzeption verschwenderischer und verwirrender Neubau, ohne klar erkennbare Linien, der den Besucher ratlos lässt.

Dergestalt alleingelassen, mag der Besucher den Weg in die Präsidiumsetage suchen, mit der so eindrucksvollen Gemäldegalerie ehemaliger Generationen von Kammerpräsidenten, um dort nach Sinnstiftung zu suchen. Allerdings, immer vorausgesetzt, er findet diese Galerie im wirren Enterieur der Kammer-Neu.

Es ist, wie gesagt, die Symbolik in der Meinhardstraße die, wie eine Messlatte die Befindlichkeiten einst und jetzt, geradezu ernüchternd, verdeutlicht.

Der einstige Schutzbau für Handel Handwerk und Industrie kam seinerzeit mit einer grundsoliden Aussteuer daher, ausgestattet mit dem klaren Konzept einer ehrbaren Interessensgemeinschaft und dem festen Willen das umzusetzen, was ihr einst aufgetragen war. Dass ihr das damals gelungen ist und mehr, das beweist die ungebrochene Leistungsfähigkeit der traditionsreichen Tiroler Firmen, bzw. Betriebe.

Warum also ist aus diesem einstigen Tragwerk der Tiroler Wirtschaft ein so in sich geschlossenener, schwer kontrollierbarer und intransparenter Apparat geworden, dessen sich die Politik fallweise gern bedient und dafür wohl als Gegenleistung, feudalistische und heutzutage höchst bedenkliche Privilegien und alte Zöpfe unangetastet lässt.

Ein ellenlanger Zopf ist der so undemokratische und im Europavergleich einmalige Zwangspflichtbeitrag für die Mitgliedschaft der Gewerbetreibenden und der Industrie in der Wirtschaftskammer. Eine Art Apanage, mit der diese Institution gesegnet ist und sich deshalb in politischer Frömmigkeit schwarzen Herzens entspannt zurücklehnen kann.  In zuversichtlicher Erwartung auch weiterhin politischer Bonitäten. Spass beiseite. Es ist ein atemberaubender Skandal, dass die österreichische Wirtschaftskammer in Tirol und Restösterreich derart ungeniert einen millionenfachen „Tributzins“ kassieren darf.

Bürokratie ist die Vervielfältigung von Problemen durch Einstellung weiterer Mitarbeiter

506.145 Mitglieder habe die Kammer, war kürzlich der Kronenzeitung zu entnehnem, die mit deutlich erkenbarem Bauchweh ihrerseits die Wirtchaftskammer thematisierte. Eine maßgebliche Klientel stellen die, ziemlich  oft dem Regen und der Traufe überlassenen Einzelunternehmer, dar. Für sie setzt sich  die Kammer mit Getöse, Pauken und Trompeten ein (sagt sie auf  teurem Hochglanzpapier). Hört man sich allerdings bei den Betroffenen um, dann sprechen die „von wenig Konkretem, aber von vielen Worthülsen“. Unterm Strich zahlt das Zwangsmitgliedervolk 543 Millionen Euro jährlich an „Kammerumlage“ (Quelle: Kronenzeitung).

Noch einmal langsam zum Mitschreiben: Das Zwangsbeitragssystem der Wirtschaftskammer aus der KuK merkantilen Mottenkiste, verpflichtet jeden Wirtschaftstreibenden in Österreich per Gesetz. Zahlt der nicht, dann kommt schlimmstenfalls der Mann mit einnehmendem Wesen und klebt dem Unternehmer einen Kuckuck ans Zwangsversteigerbare.

Gemessen an den Prinzipien eines freien Rechtsstaates, könnte man das  ganze  System überspitzt als antidemokratische Begünstigung werten. Nach der alten Weisheit „gut Futter macht fett“, so jedenfalls sehen das sehr viele kritische Spaßverderber. Danach sei die Wirtschaftskammer ein aufgeblähter und darum ziemlich ineffizienter „Semistaatsapparat“ geworden. Übertrieben? Ganz aus der Luft gegriffen scheint das nicht zu sein, wenn man sich umhört.

Die Arbeitsintensität in der Wirtschaftskammer, so legen die Kritiker nach, sei, gemessen an den erforderlichen Leistungen, ausserordentlich zurückhaltend und sie produziere einen umständlichen Bürokratismus. Andererseits werde die Kammer von einem geradezu manischen Aktivismus angetrieben, der ein Zuviel an Nichts produziere. Da möchte man einbremsen und relativieren, es könnte doch dieser Aktivismus gewissermaßen der Ausdruck eines schlechten Gewissens sein. Die, wie auch immer, streng reduzierte Leistungsbereitschaft fördere zumindestens eine gewisss Eitelkeitskultur und das sei immerhin etwas. Früher habe man schliesslich Götterstatuen auch vergoldet, selbst, wenn sie innen hohl waren. So wollen wir diese vom Staat so privilegierte Institution einfach nur bitten,  doch etwas handfesteres auf Ihren Internet Plattformen zu liefern und das, auf manche Zeitgenossen so konfus wirkende Erscheinungsbild mit Tendenz zur Nabelschau, nur ein klein wenig modifizieren. Immerhin sehen doch viele Mitglieder der Wirschafstkammer in dieser Art Eigenbeleuchtung  erklärtermaßen einen Missstand.

Die Effizienz eines Gremiums nimmt in dem Maße ab, in dem die Anzahl seiner Mitglieder wächst.

 Auch so mancher Interessensverteter und Fachgremialer klagt über Erstarrungssymptome im kämmerlichen Verwaltungsapparat: So schmerzt auch dem Präsidium in der Kammer das Gebiss, wenn es sich ab und an schier die Zähne ausbeißt an der Sperrigkeit der Verwaltung mit ihrem unipotenten Direktorat. Der ehemalige Sekundant dieser Unipotenz erhielt bekanntermaßen  einen Abschiedsbrief für angeblich betriebene Intrigen. Jedenfalls irgendwas war da doch, oder? Wieder einmal.

Kompetenzgewirr, Mobbing und Intrigen sind gemeinhin ein deutliches Symptom für Malfunction ungemein aufgeblasenener und ineffizienter Verwaltungsapparate, die sich dem Zeitgeist folgend, ähnlich dem Mond, kontinuierlich von der alten und ehrbaren Bodenhaftung entfernen. Ab und an begleitet von größeren und kleineren Peinlichkeiten und  Skandalen, die, wenn sie auch schädlich waren, immerhin einen gewissen Unterhaltungswert hatten.

Bilanzen sind wie ein Bikini: das Interessanteste zeigen sie nicht.

Rein  theoretisch  hätte die Wirtschaftskammer den Auftrag, die Interessen der Wirtschaftsbetriebe und Wirtschaftsprozesse unbeeinflusst von außen zu bündeln, um dann als schlagkräftige und effiziente Interessensvertretung eben diese Anforderungen gegenüber dem Staat  durchzusetzen, unbeschadet der dabei entstehenden Reibungsflächen. Derartige Reibungsflächen behindern erfahrungsgemäß den Erfolg einer prosperierenden Wirtschaft. Eine Wirtschaft also, welche einerseits die finanzielle Sicherheit des Staates zu gewährleisten hat und andererseits gegen eine unnötige Belastung der Betriebe eintreten muss,  damit auch indirekt für das Wohl der arbeitenden Menschen. In Tirol gilt dies vor allem für den zweifach gerupften Tourismus. Zum einen gerupft Seitens des Staates und zum anderen Seitens der EU.

Um zurückzukommen auf die Reibungsflächen, dieses Mal rein physikalisch. Wenn sich das schnell laufende Rad der Erfordernisse dauernd an einer, wie auch immer gearteten Bremse reibt bzw. aufreibt, dann ist das heiß und stinkt  zum Himmel. Da gibt es dann nur eine Option: Weg mit der Bremse.

Im Ernst: Auch in der globalen Welt, vor allem angesichts der Hochwertigkeit österreichischer Produkte an den internationalen Märkten, darf das Rad der Erfordernisse keinesfalls mit schleifender Bremse laufen. Also auch hier, weg mit der Bremse und das grundsätzlich überall dort, wo im System gebremst wird.

Die Bürokraten sind die Militaristen des Papierkriegs.

Zurück zum äusseren Erscheinungsbild der Wirtschaftskammer Tirol: Im Vergleich zur WK-Steiermark kann die Meinhardstraße den Grazern, was das öffentliche Erscheinungsbild betrifft, nicht im Ansatz das Wasser reichen. Bereits vor mehr als 5 Jahren hatte die WK-Steiermark in Sachen Web-TV Pionierarbeit geleistet und die erste Videoplattform im gesamten Kammerbereich in Betrieb genommen.

Anfang 2012 lag in Innsbruck ein vergleichbares Web-TV-Konzept vor, das bezüglich verschiedener Features, noch umfassender war, als das Grazer Projekt. Es landete im Papierkorb, in dem manch andere Initiativen auch ihre letzte Ruhe fanden. Ein Jahr darauf landete ein weiteres Konzept auf dem Entscheiderdesk der Kammerverwaltung mit Startoption Oktober 2014. Auch dieses Mal wurde das Konzept im Papierkorb der Direktion endgelagert. Seit dieser Zeit hat es die Kammer bis auf den heutigen Tag nicht geschafft, eine einigermaßen ansehnliche Plattform mit Alleinstellungsmerkmal auf die Beine zu stellen.

Warum all das? Warum dieser von vielen Kammermitgliedern so sehr beklagter Mangel an Innovativität?

In jeder Organisation gibt es eine Person, die Bescheid weiß. Diese Person muß entdeckt und gefeuert werden, sonst kann die Organisation nicht funktionieren.

Eine Erkärung für die Arbeitsweise und die Effizienz einer Vewaltung liefert uns Cyril Northcote Parkinson, ein britischer Historiker, Soziologe und Publizist. Er sammelte seine Erfahrungen zu dem Thema „Verwaltung“ nicht bei der Witschaftskammer Tirol, sondern bei der britischen Marine. Das Resultat dieses Erfahrungsprozesses mündete in die Parkinsonschen Gesetze, die Aufschluss geben, was geschieht, wenn einer Verwaltung der erforderliche Leistungsdruck fehlt.

Cyril Northcote Parkinson 1909 – 1993 (Bildquelle Wikipedia)

Unter anderem vertritt das Parkinsonsche Gesetz die These: „Arbeit lässt sich wie Gummi dehnen, um die Zeit auszufüllen, die für die Arbeit zur Verfügung steht.“ Parkinson hat weiterhin klar erkannt, dass die nach außen abzuliefernde Arbeit  nicht unbedingt in einer befriedigenden Relation zu der nach innen abgeleisteten Arbeit steht. Das bedeutet nichts anderes, als dass, obwohl innerhalb des Systems durchaus intensiv gearbeitet  wurde, nach außen aber davon  nichts zu erkennen ist. Parkinson führt weiter aus: Konkrete Erfolge entstehen nicht zwangsläufig durch internen Aktionismus.

Ein typisches Beispiel: Parkinsons Beobachtungen bei der britischen Marine: 1914 bis 1918 nahm die Zahl der Schiffseinheiten um 67% ab. Gleichzeitig nahm auch die Zahl aktiver Offiziere um 31% ab und bei den Mannschaftsdienstgraden um 67%. Auf der anderen Seite stieg zur gleichen Zeit die Zahl der „Marine-Beamten“ an den Werften um 40% und in der zentralen Marineverwaltung um 78% an. Ein weiteres Beispiel: Die britische Kolonialverwaltung erfuhr zwischen 1935 und 1957 eine Steigerung der Personalstärke von 327 auf 1.991 Beamte. Dies, obwohl sich in einem umgekehrt verlaufenden Prozess das Commonwealth verkleinerte und die Kolonien successive in die Unabhängigkeit entlassen wurden.

Es ist inzwischen längst zu einer empirischen Tatsache geworden, dass „Sitzungen, Besprechungen“ oder „Klausuren“ im Verwaltungsapparat durch Ineffizienz-Vokabeln wie „Brainstorming“ oder „Get- together“ oder „Jour fix“, veredelt werden. Selbst wenn deren Ergebnisse  in der Führungsetage ankommen, wird am Ende des Tages dennoch die Entscheidung ganz allein vom Chef getroffen und bei ihm lautet diese Entscheidung meist ganz anders. Der Chef beschliesst, so oder so, letztlich allein, denn er wird zusätzlich andere Kriterien, wie beispielsweise politische Opportunitäten, mit ins Kalkül einbeziehen müssen, die allerdings niemanden sonst etwas angehen.

Ein weiterer Reibungspunkt in der Verwaltung ist der Abteilungsleiter. Dazu sagt Parkinson: „Ein Abteilungsleiter wünscht die Zahl seiner Untergebenen durchaus zu vermehren, nicht aber die Zahl seiner Rivalen.“ Mit anderen Worten, ein Mitarbeiter sollte nie den Verdacht nähren, er sei in irgendeiner Angelegenheit kompetenter, als sein Vorgesetzter und sei es nur in Kleinigkeiten. Denn das kostet ihn über kurz oder lang mit Sicheheit den Job.

Ein Beispiel nur: Unlängst versuchte ein Freelancer gegenüber einem Abteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit professionell zu argumentiern. Seitdem wurde, sozusagen über Nacht, jeder falsch gesetzte Beistrich zum vergifteten Pfeil. Schließlich wurde der Freelancer geschasst und das untere Mittelmaß blieb als Sieger auf dem Plan.

Zuständige Sachbereichsleiter sind Leute, die immerhin dreimal überlegen, bevor sie nichts tun.

Was Machtkämpfe in Intrigen auf einer weit wichtigeren Ebene anrichten können, berichtete unlängst eine angesehene Tiroler Zeitung. Angesichts der auslaufenden Dienstzeit von Jürgen Bodenseer in seiner Eigenschaft als Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, seit Jahren unangefochten im Amt, überkam den reichlich derben Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl, ÖVP, aus Gerlos, seines Zeichens Bewerber für die Nachfolge Bodenseer im Amt, einen befremdlichen Agressionsschub. Mit einer Art auflodernder Wut rückte der Wirschaftsbundobmann als ÖVP Politiker unerträglich nahe an die Institution „Wirtschaftskammer“ heran. Dabei versuchte er den überrumpelten amtierenden Präsidenten vorzeitig aus dem Amt zu drängen. Fern der üblichen Umgangskultur und überreichlich mit polternder Indolenz gesegnet oder verflucht, je nach Sichtweise, böllerte er gegen den, in seiner feinsinnigen Kultiviertheit, geradezu wehrlosen ÖVP-Parteifreund Jürgen Bodenseer, los.

Intrigen besitzen das Gift mit dem größten Streueffekt

Man sagt Hörl in der ÖVP einen politischen Killerinstink nach und lässt ihn als eine Art VP-Terminator gewähren. An sich ist politische Unanständigkeit nicht der Stil der Wertkonservativen. In der ÖVP gab es immer das ungeschriebene Gesetz: Nicht schlachten sondern schlichten. Dieser politisch abstoßend-brutale Umgang mit Kammerpräsiden Jürgen Bodenseer wird innerhalb der VP Konsequezen haben müssen. ÖVP Obmann, Günther Platter, hat auf Grund seiner Mentalität mit Sicherheit klare Vorstellungen von einem angemessenen Umgangsstil und so wird er Wirtschaftsbund Obmann, Franz Hörl, hoffentlich eine politische Denkpause vergönnen.

Franz Hörl Wirtschaftsbundobmann

Ein Zweites hat diese Rüpelei gegen den amtierende Kammerpräsidenten: Sie legt ein politisch imperatives Naheverhältnis zur Kammer in eine Weise bloß, daß man nur noch mit dem Begriff unverfroren belegen kann. Wie selbstverständlich wird die Wirtschaftskammer als strategische Schlüsselposition unter Gesinnungsfreunden gehandelt.  Es ist nicht einmal mehr Wert, die Form zu wahren oder fachliche Aspekte ins Feld zu führen. Nein, man haut einfach drauf, denn dafür zahlt man ja schließlich auch Schmerzensgeld in Form von politisch geduldeter Pflichtmitgliedschaft.

Dr. Jürgen Bodenseer  Päsident der Wirtschaftskammer Tirol

Präsident Bodenseer wird einmal als interessante, gesellschaftlich urbane und ganzheitlich denkende Persönlichkeit auf dem Parkett der handelnden Prsönlichkeiten vermisst werden. Was seinen Stil und sein Erscheinungsbid  betrifft, so ist Bodenseer ein nicht zu übersehender Gegenentwurf zum Provinzialismus und dessen Spiessigkeit im Gefolge. Sein Führungsstil ist angenehm, kompetent und im besten Sinne demokratisch. Wenn es an der Zeit ist, medet sich Jürgen Bodenseer unmissverständlich zu Wort und schickt, um dem Gesagten Nachdruck zu verleihen, postwendend seinen „Raben“ hinterher.

Den problematischen inneren Zustand der Kammer mit eisernem Besen zu ordnen, das ist ihm nicht gegeben und es entspricht auch nicht Stil und Wesen des Kitzbühelers. Bodenseer ist kein Mann für´s Grobe. Seine Stärke ist  Konsensfähigkeit unter der Prämisse, mit einer sich selbst auferlegten  politischen Trennschärfe zu handeln.

Was den inneren Zustand der Kammer betrifft, so steht der auf einem ganz anderen Blatt und ist nur dann in den Griff zu bekommen, wenn der Pflichtbeitrag fällt. Erst dann wird sich die Verwaltung der Wirtschaftskammer dem Erfolgszwang unterwerfen müsen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neuwahlen beim TVB Kitzbühel, Reith, Aurach, (Kitzbühel-Tourismus)

Ein letztes Wort

Die Schlacht dürfte soweit geschlagen sein, die Figuren sind auf dem Schachbrett aufgestellt, die Allianzen festgeklopft und die Wahlgeschenke verteilt. Ein Prospekt über ein touristisches Mega-Kitzbühel macht noch die Runde, bei dem der Lügenbaron, Freiherr von Münchhausen, rote Ohren bekommen hätte und bei dem einem sofort das alte Karnevalslied in den Sinn kommt: Wer kann das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat so viel Pinke-Pinke, wer hat so viel Geld.? Das einzige, was dieses Papier interessant macht, ist der Unterhaltungswert. Angesichts einer desolaten Tourismus Strategie, die Kitzbühel, nüchtern betrachtet, weit zurück ins Mittelfeld geschleudert hat und der einst grandiosen Destination das Image eines sinkenden Sterns verpasst hat. Ja, und dann wäre da noch der reichlich unbedarfte Schachzug des Bürgermeisters von Reith, der auf einem amtlichen Gemeindebriefbogen so etwas, wie eine Wahlempfehlung abgibt.

Derzeit verwandelt sich Kitzbühel und ausgerechnet Reith in rasendem Tempo ohnehin von einer Tourismusdestination in ein Spekulationsobjekt total. In den schäbigsten Magazinen, bis hin in die schmuddeligen und verblödenden Youtub-Clips, werden Kitzbühel Domizile angeboten, wie saures Bier. Dazu passt dann auch die ensprechende Schmuddelpresse mit ihren abstoßenden und promigeilen Stories. Apropos Promis: Die kommen kaum noch freiwillig. Und wenn, dann  sehr oft nur für teures Geld, angemietet über Agenturen, um einen Event für  die Medien aufzupeppen. Manchmal reicht auch ein gratis Bett incl. Verpfllegung

Der Tourismus, wie wir ihn noch gekannt haben, ist „tempi passati“. Wochenend Tourismus mag, mit der zweifellos grandiosen Hahnenkammwoche und anderen Events, wie Alpenrallye im Frühsommer und Tennis im August, als Highlight, noch einige Zeit laufen. Es sind alerdings autonome Veranstaltungen, von Vereinen getragen und der Sache dienend, nicht um sich einen Glorienschein zu verpassen. Diese Leistungen aus der Kitzbüheler Bürgerschaft gehören mit Sicherheit nicht zum Portfolio von Kitzbühel Tourismus.

Der arrogante Traum von der ultimativen Tourismusmetropole ist ausgeträumt. Kitzbühel gleicht einem, in die Tage gekommenen Hollywoodschauspieler, geplagt von Einfallslosigkeit. Einer, der allenfalls viel von früher erzählen kann, doch nüchtern betrachtet, kaum noch mit einem großartigen Engagement rechnen kann.

Dass Kitzbühel eine wunderschöne historische Stadt ist, mit viel Geschichte und  berühmten Kunstwerken, sowie einer  Umgebung , in der man wochenlang den herrlichsten Urlaub verbringen möchte, davon sind entmutigte Normalos kaum noch zu überzeugen. Die Medien und verfehlte Tourismus-Strategieen haben ganze Arbeit geleistet.

Als normale mittelständische Familie fühlt man sich so entsetzlich bedeutungslos und geradezu eingeschüchtert vom Glanz einer fiktiven Society, die kaum mehr aufzuweisen hat als einen Allradboliden und ein geerbtes Vermögen. Nur noch Teilnehmer von Kaffefahrten fühlen sich da noch in der Gruppe einigermaßen sicher. Sie sind immun und weil sie ein unbefangen-dickes Fell haben, brennt ihnen die Arroganz der viertklassigen Bussipromis, die die ehrwürdige Altstadt   belästigen, nicht so sehr auf der Haut.

Diejenigen, die Kitzbühel mit ihrer gediegenen Noblesse einst einen geradezu unnachahmlichen Glanz verliehen haben, sind leider kaum mehr da. Sie sind altgeworden und nur manchmal entdeckt man sie, wie scheues Wild bei Franz Prader, bei Eder-Habsburg, in der Tenne, beim „Tiafinger“ oder auf der Meyer-Reisch Sporthotel-Terasse.

Die ganz Scheuen dieser so vermissten Spezies bleiben gleich im Country Cub bei Richard Hauser oder beim Stanglwirt zu Going. Ihr Besuch in Kitzbühel beschränkt sich auf Gastronomisches, auf die Shopping Meile oder ein schönes Konzert in St. Andreas oder auf der Pfarrwiese.

Soweit meine Bilanz als Faktenchek für den neuen oder alten Vorstand. Egal wie oder wer, ab einem bestimmten Status, ist man in Kitzbühel Inspirations immun. Und so lautet die gern verkündete Kitzbüheler Parole.

S´werscht so. Das heisst auf Latein „MANUS MANUM  LAVAT“

Eine Glosse von Dieter Lehner

(und im Kleingedruckten: Kitzbühel ist doch toll, irgend wie trotz TVB-Vorstand alt oder neu)

Kitzbühel Deal mit Liechtensteins Skigeschichte illegal? (Kolumne)

Der Kitzbühel Deal mit Liechtensteins Skigeschichte, ein unrühmlicher Fall, eine höchst fragwürdige Geschichte. Real und surreal. Listig und hinterlistig. Original und originell und weit entfernt von dem, was wir heutzutage unter Correctness und Transparenz verstehen. Die St, Gallener Tageszeitung u.A. berichten: „Eigentümer aus dem Toggenburg und Liechtenstein, wollen 1000 Leihgaben aus der Noldi-Beck-Sammlung zurückhaben, die angeblich mit der Sammlung nach Kitzbühel mitgingen. Sie drohen mit einer Anzeige.“. Das Blatt zitiert: „Eine Sache für die Polizei“ und geht soweit im Zusammenhang mit der TVB Präsidentin „vom „Denver Clan“ zu schreiben. Touristiker fragen: In was sind wir da hineingeraten?

Artikel aus „Liechtensteiner Vaterland“

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Aus dem Toggenburg: Von Skisportler zu Skisportler Apell an Kitzbühel

Wo ist unsere Skigeschichte geblieben?

Christiana Sutter

Toggenburg: Was nützen die Exponate aus dem Skimuseum von Noldi Beck den Kitzbühelern. Es sind Erinnerungen an die Pionierzeiten der Toggenburger Skiasse, „und ein Teil unserer Geschichte“, sagt Roland Stump, Gastgeber und Besitzer des Hotels “Stump’s Alpenrose“ in Wildhaus. Er ist der Sohn von Niklaus Stump. Dieser war in den 1940er-Jahren einer der erfolgreichsten Schweizer Wintersportler. Er startete am Holmenkollen in Oslo und war 1948 Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen in St.Moritz. Aus dem Toggenburg: Von Skisportler zu Skisportler Apell an Kitzbühel weiterlesen

Ski-Sammlung Vaduz: Kitzbühel gerät zunehmend unter Druck.

 

Das Verhalten führender Touristiker in Kitzbühel sorgt für Unverständnis und Empörung, weit über Liechtenstein und das schweizerische Toggenburg hinaus.
Beim Verkauf von Exponaten einer Skisportsammlung aus Vaduz an die Obfrau des Kitzbüheler Tourismusverbandes, so jedenfalls wird es vermutet, liess man wertvolle Leihgaben, wissentlich oder unwissend, gleich mitgehen. Bei der für Kitzbühel erworbenen Sammlung handelte es sich um die Noldi-Beck-Siftung und wahrscheinlich nicht um das private Eigentum von Noldi-Becks Erben. Dieses Missverständnis macht erst langsam die Runde in den traditionsreichen Liechtensteiner und schweizerischen Skigebieten, in denen nun die Eigentümer, Hoteliers, Bergbahnbetreiber und angsehene Bürger die Frage stellen: Was wollen denn die mutmasslichem Käufer aus Kitzbühel mit spezifisch Schweizerischer Skissportgeschichte überhaupt anfangen?

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Die Dreierbande

Markige und emanzipatorische Worte können nicht darüber hinwegtäuschen: Deutschland hängt, nach wie vor, an der Leine der USA. Und der neue Präsident der Weltmacht hat, unter dem Label „Amerika First“, die Leine noch einmal kräftig angezogen. Die Dreierbande weiterlesen